Growth Mindset als Leadership-Kompetenz
Veränderung ist längst kein Ausnahmezustand mehr. Märkte entwickeln sich schneller, Technologien verändern Geschäftsmodelle und neue Wettbewerber entstehen in immer kürzeren Abständen. In einer Welt, die häufig mit Begriffen wie VUCA – volatil, unsicher, komplex und mehrdeutig – oder BANI – brüchig, ängstlich, nicht-linear und schwer verständlich – beschrieben wird, reicht es nicht mehr aus, auf Stabilität zu setzen. Unternehmen müssen lernen, Wandel aktiv zu gestalten.
30. März 2026Teilen
Genau hier wird Leadership entscheidend.
Führung bedeutet heute nicht mehr nur, Ziele zu definieren und Prozesse zu steuern. Sie bedeutet vor allem, Orientierung in unsicheren Zeiten zu geben und eine Kultur zu schaffen, in der Lernen, Anpassung und Entwicklung möglich sind.
Ein zentraler Baustein dafür ist das sogenannte Growth Mindset.
Der Begriff geht auf die Psychologin Carol Dweck zurück und beschreibt eine Haltung, bei der Fähigkeiten und Kompetenzen nicht als statisch betrachtet werden, sondern als entwickelbar. Herausforderungen werden als Lernchance verstanden und Fehler nicht als Scheitern interpretiert, sondern als Teil eines Entwicklungsprozesses.
Für Unternehmen hat diese Denkweise eine enorme Bedeutung. Organisationen mit einem ausgeprägten Growth Mindset reagieren schneller auf Veränderungen, experimentieren häufiger mit neuen Lösungen und entwickeln Innovationen näher am Markt.
Eine aktuelle TalentLMS-Studie unter Führungskräften und Mitarbeitenden zeigt: 80 % der Führungskräfte sehen einen direkten Zusammenhang zwischen dem Growth Mindset von Mitarbeitenden und Umsatzwachstum.
Studien zeigen, dass Unternehmen mit einer Growth-Mindset-Kultur eine höhere Innovationsfähigkeit, stärkere Zusammenarbeit und eine größere Veränderungsbereitschaft innerhalb der Organisation aufweisen.
Doch ein Growth Mindset entsteht nicht durch Motivation oder Appelle. Es wird durch Führung und Strukturen geprägt.
Führungskräfte spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie bestimmen, wie mit Fehlern umgegangen wird, wie Entscheidungen getroffen werden und wie offen neue Ideen diskutiert werden dürfen. Wenn Mitarbeitende erleben, dass Lernen gewünscht ist und Perspektiven gefragt sind, entsteht eine Kultur, die Veränderung nicht blockiert, sondern ermöglicht.
Besonders deutlich wird die Wirkung eines solchen Mindsets in interdisziplinären Teams. Wenn z.B. Marketing, Vertrieb, Service und Produktentwicklung enger zusammenarbeiten, entstehen neue Perspektiven auf Kundenbedürfnisse, Märkte und Innovationen. Unterschiedliche Blickwinkel werden dann nicht als Reibung wahrgenommen, sondern als Potenzial. Hier entsteht Wachstum!
Damit Unternehmen diese Dynamik nutzen können, braucht es klare Rahmenbedingungen.
Erstens: Lernen systematisch ermöglichen.
Regelmäßige Feedbackschleifen, Retrospektiven und Raum für Experimentieren schaffen Strukturen, in denen Entwicklung stattfinden kann, ohne, dass es sich nach Chaos anfühlt.
Zweitens: Fehler neu bewerten.
Wer Innovation möchte, muss akzeptieren, dass nicht jede Idee funktioniert. Entscheidend ist, wie schnell daraus gelernt wird. Es entsteht eine Lernkultur.
Drittens: Verantwortung verteilen.
Ein Growth Mindset entfaltet sich besonders dort, wo Mitarbeitende Entscheidungsräume erhalten und ihre Expertise einbringen können. Das Vertrauen in die Expertise ist hier essentiell.
Viertens: Zusammenarbeit fördern.
Interdisziplinäre Teams ermöglichen Perspektivwechsel und beschleunigen Lernprozesse innerhalb der Organisation.
Growth Mindset ist damit keine individuelle Persönlichkeitseigenschaft, sondern eine zentrale Leadership-Kompetenz.
Unternehmen, die diese Haltung systematisch fördern, schaffen Organisationen, die lernen, bevor sie reagieren müssen. Sie treffen Entscheidungen schneller, nutzen die Perspektiven interdisziplinärer Teams besser und entwickeln Innovationen näher am Markt.
In einer Welt, die von Unsicherheit, Geschwindigkeit und technologischen Umbrüchen geprägt ist, entscheidet nicht die perfekte Strategie über langfristigen Erfolg, sondern die Fähigkeit einer Organisation, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Growth Mindset wird damit zu einer der entscheidenden Führungsfähigkeiten unserer Zeit: Es ermöglicht Unternehmen nicht nur, Wandel zu bewältigen, sondern ihn aktiv für Wachstum zu nutzen.
Ein Beitrag von FEMWORX in Zusammenarbeit mit FEMWORX-Ambassador Silke Goudswaard, Silke Goudswaard Marketingberatung
Quellen:
Dweck, C. S. (2006).
Mindset: The New Psychology of Success. Random House.
Dweck, C. S. (2016).
What Having a “Growth Mindset” Actually Means.
Harvard Business Review.
https://hbr.org/2016/01/what-having-a-growth-mindset-actually-means
Bennett, N., & Lemoine, J. (2014).
What VUCA Really Means for You.
Harvard Business Review.
https://hbr.org/2014/01/what-vuca-really-means-for-you
TalentLMS (2024)
Growth Mindset in the Workplace Report
https://www.talentlms.com/research/growth-mindset-workplace-report
Aussteller zum Thema
Sprecher zum Thema
Events zum Thema
Interesse an News zu Ausstellern, Top-Angeboten und den Trends der Branche?
Browser Hinweis
Ihr Webbrowser ist veraltet. Aktualisieren Sie Ihren Browser für mehr Sicherheit, Geschwindigkeit und eine optimale Darstellung dieser Seite.
Browser aktualisieren