Industrie-Automation wird intelligent
Auf der HANNOVER MESSE zeigt Bain & Company, wie sich industrielle Automatisierung verändert – von reiner Maschinensteuerung zu selbstlernender, intelligenter Produktion. Wir sprachen darüber mit Adrien Bron, Leiter des Bereichs Industriegüter und -dienstleistungen bei Bain in der Region DACH. Das ganze Gespräch im Video am Ende.
25. März 2026Teilen
Die industrielle Automatisierung steht vor einem strukturellen Wandel. Was jahrzehntelang vor allem auf der präzisen Steuerung von Maschinen und klar definierten Prozessen basierte, entwickelt sich nun in Richtung Intelligenz. Genau diesen Wandel beleuchtet Bain & Company auf der diesjährigen HANNOVER MESSE.
Im Zentrum steht die These: Automation ist nicht länger nur die Ausführung vordefinierter Befehle. Stattdessen entsteht eine neue Generation von Systemen, die in der Lage sind, eigenständig zu lernen, zu analysieren und Entscheidungen zu treffen. Dieser Übergang – „from control to intelligence“ – markiert einen Paradigmenwechsel für die gesamte Industrie.
Über viele Jahre hinweg lag der Fokus auf Effizienz, Wiederholbarkeit und Kontrolle. Produktionsanlagen wurden so konzipiert, dass sie exakt das tun, was ihnen vorgegeben wurde. Doch mit dem Aufkommen von künstlicher Intelligenz und datengetriebenen Technologien verändern sich die Möglichkeiten grundlegend. Maschinen werden zunehmend zu aktiven Akteuren im Produktionsprozess.
Diese Entwicklung wird häufig als „Industrial AI“ oder auch „Physical AI“ beschrieben. Gemeint ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz direkt in physischen Systemen – also dort, wo produziert, montiert und gefertigt wird. Anders als bei klassischen IT-Anwendungen geht es hier nicht nur um Datenverarbeitung, sondern um reale Auswirkungen in der physischen Welt.
Für Unternehmen bedeutet das neue Chancen, aber auch neue Anforderungen. Produktionssysteme können flexibler reagieren, sich selbst optimieren und auf unvorhergesehene Situationen einstellen. Gleichzeitig steigt jedoch die Komplexität: Daten müssen sinnvoll genutzt, Systeme integriert und Mitarbeitende entsprechend qualifiziert werden.
Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Geschwindigkeit des Wandels. Technologien entwickeln sich rasant weiter, und Unternehmen stehen unter Druck, diese Entwicklungen frühzeitig zu verstehen und strategisch zu nutzen. Wer weiterhin ausschließlich auf klassische Automationsansätze setzt, riskiert, den Anschluss zu verlieren.
Die auf der HANNOVER MESSE vorgestellte Studie von Bain & Company liefert dazu konkrete Einblicke. Sie zeigt, wie weit Unternehmen bereits auf dem Weg zur intelligenten Automatisierung sind, welche Anwendungsfälle besonders relevant sind und wo die größten Herausforderungen liegen.
Klar ist: Die Zukunft der Industrie wird nicht nur automatisiert, sondern intelligent sein. Der Übergang von Kontrolle zu Intelligenz ist dabei kein fernes Szenario mehr, sondern hat längst begonnen – und wird die industrielle Wertschöpfung nachhaltig verändern.
Interview mit Adrien Bron
Bain & Company
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