Jury nominiert drei Unternehmen für den HERMES AWARD
Eine unabhängige Jury, besetzt mit hochkarätigen Expert*innen aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Medien, hat unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, unter den zahlreichen Einreichungen drei Unternehmen für den HERMES AWARD nominiert: Festo, Schaeffler und Ziehl-Abegg (Auflistung in alphabetischer Reihenfolge).
12. März 2026Teilen
Der Gewinner wird im Rahmen der feierlichen Eröffnung der HANNOVER MESSE am 19. April 2026 bekannt gegeben. Die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär, wird den Preis überreichen.
Der HERMES AWARD zählt zu den weltweit renommiertesten Industriepreisen und wird jährlich im Rahmen der HANNOVER MESSE für eine herausragende Innovation verliehen. Ausgezeichnet werden Produkte und Lösungen mit einem besonders hohen technologischen Innovationsgrad. Auch Marktreife und Wirtschaftlichkeit spielen bei der Preisvergabe eine entscheidende Rolle.
Der Juryvorsitzende und Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka, sagt: „Die drei Nominierten greifen gesellschaftliche Herausforderungen auf und zeigen konkrete Lösungswege. Die kostengünstige Herstellung von Medizinprodukten, Automatisierung und Robotik sowie der Ersatz kritischer Materialien geben neue Impulse für Wachstum und Beschäftigung und stärken die Sichtbarkeit unseres Landes als Innovationsmotor. Ich möchte den Nominierten schon jetzt zu dieser herausragenden Leistung gratulieren.“
Festo, Esslingen: Bei dem nominierten Projekt handelt es sich um hochintegrierte Manifolds, das heißt mehrlagige Kunststoff‑Verteilerplatten, die Flüssigkeiten steuern, dosieren, mischen und sensorisch erfassen. Im Vergleich zu herkömmlichen Kanalplatten, die überwiegend passive Verteilerfunktionen übernehmen, integriert das Festo‑Manifold aktive Funktionen auf engstem Bauraum: optimierte Mischkanäle, medientrennende Ventiltechnologien mit minimiertem Totvolumen und eingebrachte Sensorik für Temperatur, Durchfluss, Druck, Farbigkeit, pH‑Wert etc. Die Herausforderung lag im Design und der Herstellung der nutzerfreundlichen Plattform. Die technische Neuheit ist die Kombination aus fein strukturierten, mehrlagigen Mikrokanälen sowie integrierten Ventil- und Dosierelementen, direkt eingebetteten sensorischen Messpunkten sowie einem fertigungstechnischen Prozessdesign, das diese Funktionalitäten wirtschaftlich in Serie ermöglicht und damit kompaktere, zuverlässigeren und leichter validiertbare Systeme für Biotech, Medizintechnik und Halbleiteranwendungen ermöglicht.
Schaeffler, Herzogenaurach: Nominiert wurde eine Plattform für hochintegrierte Aktuatoren, welche speziell für die Anwendung in den Gelenken von Humanoiden Robotern konstruiert wurde. Die Plattform umfasst hocheffiziente Servo-Elektromotoren mit integrierter Leistungselektronik sowie Encodern und lässt sich je nach Kundenanforderung mit zweistufigen Planetengetrieben oder Wellgetrieben konfigurieren. Bei der Entwicklung der Aktuatoren wurde konsequent das Ziel eines minimalen Bauraums und eines hohen Dauer-Drehmomentes verfolgt. Im Vergleich zu den neuesten Lösungen am Markt konnte der Bauraum um rund 20 Prozent reduziert werden. Um ein niedriges Temperaturniveau bei hohen Drehmomenten zu gewährleisten, wurde der Kupferfüllfaktor in der rahmenlosen PSM-Maschine erhöht. Die Aktuatorplattform senkt die Systemkosten deutlich und schafft damit eine zentrale Voraussetzung für die schnelle Skalierung der Servicerobotik.
Ziehl-Abegg, Künzelsau: Nominiert wurde das Unternehmen für eine elektrische Aufzugssynchronmaschine, die ohne Magnete aus Seltenen Erden auskommt und dabei dennoch eine gleichbleibend hohe Leistung bietet. Die neue Aufzugsmaschine arbeitet mit Ferritmagneten und verzichtet vollständig auf kritische Rohstoffe wie Neodym oder Dysprosium, die bislang aufgrund ihrer hohen Leistungsdichte als unverzichtbar für Hochleistungsantriebe galten. Die Innovation liegt in einem komplett neuen Motordesign. Dadurch bleibt die Drehmomentdichte hoch, die Laufruhe erhalten und die Energieeffizienz auf dem Niveau bisheriger Premiumlösungen. Der Verzicht auf Seltene Erden reduziert die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen. Ferritmagnete sind hingegen weltweit verfügbar, zuverlässig lieferbar und deutlich umweltfreundlicher in der Herstellung.
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