Aktuell sollen nach Angaben des Unternehmens die ersten CA-1-Roboter für eine KI-gestützte Mahlzeiten-Versorgung, die sich flexibel an verschiedene Einsatzbereiche anpassen lassen, aus der neuen Fertigungsanlage an Pilotkunden aus der Industrie ausgeliefert werden. Später seien auch Anwendungen in Logistik, Handel und Dienstleistungen geplant.

Die Roboter des Hamburger Unternehmens kombinieren mechanische Präzision mit lernfähiger Software. Anders als klassische Industrieroboter, die auf klar definierte Abläufe beschränkt sind, sollen die neuen Modelle dank KI-Algorithmen ihre Umgebung analysieren, Erfahrungen speichern und Aufgaben selbstständig an veränderte Rahmenbedingungen anpassen können. Ziel sei es, so die Entwickler, dass die KI-Roboter nicht nur monotone Produktionsschritte übernehmen, sondern auch komplexere Tätigkeiten in gemischten Mensch-Maschine-Teams bewältigen.

KI-Robotik-Technologie in Rekordzeit industrialisiert

Circus Se hat sich damit auf den Weg gemacht, bahnbrechende KI-Robotik-Technologie in Rekordzeit zu industrialisieren. Die Produktionsstätte ist um eine intelligente, modulare Fertigung aufgebaut, die Skalierbarkeit und Agilität vereint, um eine Massenproduktion autonomer KI-Roboter zu realisieren. Jeder CA-1 durchläuft nach Angaben des Unternehmens mehr als 150 Präzisionstests, um eine Systemzuverlässigkeit sicherzustellen, die sich an der Automobilindustrie orientiert. „Dieser Schritt beweist, dass Circus nicht nur bahnbrechende Technologie entwickeln, sondern diese auch auf industriellem Qualitätsniveau in die Serienproduktion überführen kann“, betont Nikolas Bullwinkel, CEO und Gründer von Circus SE. „Der CA-1 besteht aus über 29.000 Einzelkomponenten und ist damit so komplex wie ein Kleinwagen – und wir fertigen und liefern nun im industriellen Maßstab. Das Zeitalter autonomer Ernährung hat begonnen – und Circus führt es weltweit an.“

KI-Roboter in der Breite industriell einsetzen

Die Markteinführung reiht sich in eine Reihe vergleichbarer internationaler Initiativen ein, KI-Roboter in der Breite industriell einzusetzen. Bereits 2021 stellte Tesla in der für das Unternehmen typisch selbstbewussten Art den humanoiden Roboter Optimus vor, der derzeit in eigenen Werken getestet wird. Boston Dynamics hat mit Spot und Stretch spezialisierte Systeme auf den Markt gebracht, die etwa für Inspektionen oder in Logistikzentren eingesetzt werden. In Japan wiederum nutzt SoftBank Robotics den humanoiden Serviceroboter Pepper im Kundenkontakt.

Analysten prognostizieren für die Robotik-Branche eine Revolution

Nicht nur Branchenanalysten sehen die Serienproduktion als wichtigen Schritt. Um gegen die Dominanz von US- und asiatischen Anbietern bestehen zu können, muss Deutschland seine starke industrielle Basis nutzen und diese mit KI-Innovationen verbinden. Das Marktpotenzial ist nicht nur erheblich, die meisten Analysten prognostizieren für die Robotik-Branche eine Revolution. Aktuelle Studien von Goldman Sachs und ARK Invest lassen die Erwartung eines Marktvolumens von bis zu 24 Billionen US-Dollar bis 2050 zu – ein Wert, der selbst von der Automobilbranche nicht erreicht wird. Der Großteil dieser Entwicklung entfällt dabei auf industrielle Anwendungen, doch auch Sektoren wie Gesundheitswesen, Gastronomie oder Bildung gelten als Wachstumstreiber – nicht zuletzt wegen des zunehmenden Fachkräftemangels in vielen westlichen Volkswirtschaften.

Offene ethische Fragen nehmen Einfluss auf die weitere Entwicklung

Trotz hoher Erwartungen bleibt die Entwicklung nicht ohne Risiken. Fachleute verweisen auf hohe Investitionskosten und die bislang fehlenden Standards für den breiten Einsatz lernfähiger Maschinen. Nicht zuletzt sind es die offenen ethischen Fragen von der Verantwortung für das Handeln autonomer Maschinen bis zum Umgang mit sensiblen Daten, die Einfluss auf die weitere Entwicklung nehmen werden.

KI-Roboter müssen ihre Zuverlässigkeit beweisen

Für Circus SE steht zunächst die Umsetzung in konkreten Projekten im Vordergrund. Mit den ersten ausgelieferten Einheiten will das Unternehmen zeigen, dass KI-Roboter nicht nur Laborergebnisse liefern, sondern zuverlässig im Alltag einsatzfähig sind. Ob sich das Unternehmen in großem Maßstab durchsetzt, hängt nun davon ab, wie schnell sich die potenziellen Anwender überzeugen lassen.