Memristoren sind in der Lage, Daten in Form unterschiedlicher Widerstände zu speichern. In CPUs können diese Halbleiter deshalb gleichzeitig Prozessor- und Speicherfunktionen übernehmen – der traditionelle Flaschenhals beim Datenaustausch zwischen diesen Komponenten entfällt damit. Zudem arbeiten auf Memristoren basierende CPUs energieeffizienter als herkömmliche. Allerdings erfordern diese Halbleiter eine gänzlich neue Computerarchitektur, da sie Informationen nicht in Form von Nullen und Einsen, sondern als unterschiedliche Widerstandsniveaus – de facto also analog – speichern. Besonders auf Gebieten wie dem maschinellen Lernen versprechen sich die Forscher von dieser Technologie enorme Leistungszuwächse.

Prozessoren, die ihre Leistung speziell auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz ausspielen, haben auch die renommierten Chiphersteller in den vergangenen Jahren in Angriff genommen. Diese – weitgehend auf klassischer CPU-Technologie basierenden – Chips versprechen ebenfalls Leistungszuwächse, unter anderem auf dem Gebiet der Bilderkennung und bei den damit verknüpften Augmented-Reality-Anwendungen. Ob und wann die neu entwickelten Memristor-Prozessoren Marktreife erreichen, ist derzeit noch nicht abzusehen.