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Auf der diesjährigen HANNOVER MESSE hat das KIT rund 65 Technologien aus Bereichen wie Fusion, Robotik und Quantentechnologie präsentiert. Welche davon stießen beim Fachpublikum auf das größte Interesse und warum sind solche Durchbrüche so entscheidend für unsere industrielle Zukunft?

Nahezu pausenloser Besucherandrang an allen ausgestellten Exponaten hat uns gezeigt, dass wir mit unseren Themen richtig lagen. Ob Innovationen im Energiebereich oder Schlüsseltechnologien der Hightech-Agenda – das Interesse war riesengroß. Auch die gemessenen Besucherzahlen haben gezeigt, dass alle Exponate gleichermaßen in den Fokus genommen wurden. Die sogenannte Erste Wand, ein zentrales Bauteil eines künftigen Fusionsreaktors war Magnet für das Fachpublikum wegen seines zukunftsweisenden Potenzials. Photreon, eine Entwicklung, die grünen Wasserstoff aus Sonnenlicht produziert, war ein Beispiel für die Skalierbarkeit von Forschung hin zur Nutzung in industriellem Maßstab. Hyperloop genoss als Beitrag einer studentischen Hochschulgruppe zur Mobilität von Morgen große Aufmerksamkeit. Wir zeigen, wie aus Visionen Praxis wird. Die Hannover Messe ist der geeignete Ort dafür.

Die Transformation hin zu einer nachhaltigen und resilienten Industrie ist ein zentrales Thema der HANNOVER MESSE. Welche neuen Erkenntnisse oder Impulse konnten Ihre Forschenden aus den Gesprächen mitnehmen?

In den Gesprächen ging es immer wieder um die Frage: Was können wir in der Zukunft besser machen, um die Probleme der Gegenwart zu überwinden? Zum Beispiel die Debatte um unsere künftige Energieversorgung. Welche Energiequellen werden uns verlässlich und kostengünstig zur Verfügung stehen? Die in der Lage sind, den wachsenden Energiehunger der Industrie zu stillen, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu beenden und zudem nachhaltig sind. Im Bereich Robotik ging es unter anderem darum, wie Maschinen noch besser die Arbeit von Menschen übernehmen. Welche Alternativen gibt es zum Reisen mit Bahn oder Flugzeug und wie wird Kommunikationstechnik effizienter und sicherer. Kurz: Immer wieder ging es um praktische Antworten auf bestehende Probleme. Das gibt uns vor, wie wir unsere Forschung auszurichten haben: zum Wohle der Gesellschaft.

Startups bringen der Industrie viel Gründergeist und Innovationen. Wie fördert das KIT diese auf der Messe? Könnten Sie uns einige Erfolgsgeschichten wie Absichtserklärungen oder Partnerschaften mitteilen?

Auf der Hannover Messe präsentiert das KIT jedes Jahr ausgewählte Technologie-Startups aus seinem Haus. Auf dem Hauptstand des KIT wird jedes Jahr ein Spin-off des KIT platziert. Daneben ist das KIT die einzige Einrichtung, welche mit einem extra Startup-Stand in Halle 11 zehn weiteren Gründungen die Möglichkeit gibt, sich während der gesamten Messezeit zu präsentieren. Betreut wird der Stand von der KIT-Gründerschmiede. Startups sind im Technologietransfer des KIT ein wichtiges Element und werden seit Jahren gefördert. Allein vergangenes Jahr konnte das KIT 68 neue Gründungen verzeichnen.

Sie haben an einer vielbeachteten Podiumsdiskussion zur Zukunft der europäischen Industrielandschaft und Verteidigung teilgenommen. Welche Rolle spielt das KIT in diesem Zusammenhang?

Die sogenannte Zeitenwende stellt besondere Herausforderung an alle Industriepartner. Mehr denn je gilt es, für die Verteidigung gemeinsamer Werte neue Wege und Ideen zu entwickeln. Dazu wird u.a. besondere Innovationskraft benötigt. Dem KIT als Exzellenzuniversität und einziger deutscher Universität mit Großforschungsauftrag kommt dabei eine besondere Rolle zu. Das KIT hat die Aufgabe, die eigene Forschung auf den Bedarf der Gesellschaft auszurichten. Dazu gehört der Wunsch nach Sicherheit. Sicherheit bei der Krisenfestigkeit unserer Lieferketten, unserer Grundversorgung mit Lebensmitteln und der Gesundheitsversorgung. Dazu gehört aber auch die Entwicklung von Technologien und Lösungen, die potenziell verteidigungsbezogene Anwendungen haben können. Drohnen, neue Materialien, Sensoren, KI, Cybersicherheit, die Liste ist lang. Die Podiumsdiskussion in Hannover hat das eindrücklich gezeigt: Politik, Industrie und Forschung müssen ihre Kompetenzen bündeln, um erfolgreich zu sein.

Was war Ihr persönliches Messe-Highlight, und welchen Einfluss wird es in den kommenden Monaten auf die Arbeit in Karlsruhe haben?

Neben zahlreichen Begegnungen und Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Industrie war sicherlich der Besuch des Bundeskanzlers am Stand des KIT das Highlight für 2026. Zusammen mit den Bundesministerinnen Katherina Reiche und Dorothee Bär hat uns der Besuch des Kanzlers gezeigt, welche Bedeutung das KIT für die Bundesregierung hat. In allen Schlüsseltechnologien der Hightech Agenda nimmt das KIT führende Positionen in den jeweiligen Forschungsdisziplinen ein. Das zeigen bspw. die wegweisenden Entwicklungen im Bereich der Fusionstechnologie. Das KIT hat in Hannover demonstriert, dass mit ihm zentrale Vorhaben der Bundesregierung erfolgreich umgesetzt werden können. Der Besuch von Kanzler Friedrich Merz und seiner Ministerinnen belegt das Vertrauen der Regierung in die Arbeit des KIT und ist Rückenwind für unsere künftige Forschung.

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