Synergien für den Ernstfall
Wie Staat und Industrie im Krisenfall zusammenarbeiten können und warum privatwirtschaftlich-militärische Zusammenarbeit unabdingbar ist, zeigt eine Studie der Management- und IT-Beratung MHP, des zNT (zentrum Nachhaltige Transformation) sowie der Bundeswehr BwConsulting GmbH.
5. Jan. 2026Teilen
Im Kalten Krieg galt Deutschland als Gefechtsplatz zwischen Ost und West, heute sieht man es als logistische Drehscheibe der NATO in Europa. Im Krisen- oder Bündnisfall müssten bis zu 800.000 Soldatinnen und Soldaten binnen sechs Monaten durch Deutschland verlegt und dabei versorgt werden. Diese Rolle Deutschlands als logistische Drehscheibe erfordert erhebliche Ressourcen, eine effektive Logistik und eine strategische digitale Koordination aller Akteure.
Die Bundeswehr muss diese Aufgabe jedoch nicht allein stemmen: Eine mögliche Lösung ist eine digitale, systematische und datengetriebene Partnerschaft mit der Privatwirtschaft. Wie eine solche Kooperation aussehen könnte und warum privatwirtschaftlich-militärische Zusammenarbeit unabdingbar ist, zeigt eine Studie der Management- und IT-Beratung MHP, des zNT an der Quadriga Hochschule Berlin sowie der Inhouse-Beratung der Bundeswehr BwConsulting GmbH. Im Fokus hierbei: die Schaffung einer digitalen Plattform zur transparenten und koordinierbaren Verknüpfung privatwirtschaftlicher Versorgungskapazitäten mit militärischen Bedarfen.
Henning Schulze, Partner bei MHP: „MHP bringt langjährige Erfahrung aus der Automobil- und Fertigungsindustrie ein. Diese Branchen zeigen, wie Resilienz, Effizienz und Steuerbarkeit gelingen können. Für die Verteidigungsfähigkeit unseres Landes ist dieses Wissen entscheidend. Die Studie verdeutlicht, wie sich dieses Potenzial – etwa durch digitale Zwillinge und Simulationen – praktisch nutzen lässt.“
Michael Rogasch, Geschäftsführer der BwConsulting: „Die Studie liefert ein Beispiel, wie der OPLAN Deutschland operationalisiert und seine Umsetzung vorangetrieben werden könnte. Sie zeigt außerdem den substanziellen Mehrwert unseres Frameworks Comprehensive Defense: Das Framework gibt dem Konzept der Integrierten Sicherheit aus der Nationalen Sicherheitsstrategie einen funktionalen Rahmen und schafft so ein umsetzungsorientiertes Verständnis von gesamtstaatlicher und gesamtgesellschaftlicher Verteidigung.“
Prof. Dr. Torsten Oltmanns, Managing Partner des zNT: „Verteidigungsfähigkeit entsteht nicht allein durch Ausrüstung, sondern durch Kooperation und Vertrauen zwischen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft.“
Die Studie macht deutlich: Deutschlands Verteidigungsfähigkeit wird maßgeblich durch die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft beeinflusst. Eine gemeinsame digitale Plattform kann militärische Bedarfe und privatwirtschaftliche Fähigkeiten erstmals systematisch verbinden – und so Geschwindigkeit, Transparenz und Verlässlichkeit in der Versorgung schaffen. Jetzt gilt es, erprobte Konzepte zu übertragen und privatwirtschaftlich-militärische Zusammenarbeit dauerhaft zu verankern. Die Fähigkeiten der Privatwirtschaft, so die Studie, sind keine Option, sondern eine Notwendigkeit.
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