Top 5 der globalen Robotik-Trends zeigen Investitionspfade auf
Als die International Federation of Robotics (IFR) am 8. Januar 2026 ihre Top 5 Global Robotics Trends 2026 veröffentlichte, skizzierte sie damit zugleich, welche Technologien Unternehmen prioritär adressieren sollten.
2. Feb. 2026Teilen
Der Marktwert installierter Industrie-Roboter hat laut IFR mit 16,7 Milliarden US-Dollar weltweit einen neuen Höchststand erreicht und wird, so die Prognose, weiter deutlich steigen. Fünf Kerntrends identifizierte die IFR als Wegbereiter des Wachstums, die für Entscheider der Industrie konkrete Investitionspfade aufzeigen.
KI sorgt für Autonomie
An erster Stelle der IFR-Trendanalyse steht wenig überraschend die Integration von künstlicher Intelligenz, da sie Robotern zunehmend Autonomie verleiht. Dabei helfen analytische KI-Modelle, große Sensordatenmengen zur vorausschauenden Wartung oder zur Optimierung von Routen und Ressourcen in der Intralogistik zu verarbeiten, während generative KI die Roboter befähigt, regelbasiertes Verhalten zu überwinden und neue Aufgaben autonom zu erlernen. Agentic AI, eine Kombination aus analytischer und generativer KI, soll Roboter befähigen, Entscheidungen in komplexen Real-World-Szenarien zu treffen. Ein praxisnahes Beispiel findet sich in vernetzten Fertigungsstraßen, wo KI-gestützte Roboter eigenständig Produktionspläne anpassen, wenn Materialengpässe oder Qualitätsabweichungen auftreten. In der Intralogistik wiederum demonstrieren autonome mobile Roboter (AMRs) wie die von MiR oder OTTO Motors, wie durch KI-optimierte Navigation Durchlaufzeiten reduziert und menschliche Arbeitskräfte von Routinetätigkeiten entlastet werden können.
Zunehmende Konvergenz von IT und OT rückt Roboter ins Zentrum des Geschehens
Eng verknüpft mit KI ist der zweite IFR-Trend: die Konvergenz von Informationstechnologie (IT) und Operational Technology (OT). Die IFR betont, dass die Vernetzung der Datenverarbeitungsleistung der IT mit den physischen Steuerungsfähigkeiten der OT die Vielseitigkeit der Robotik durch Echtzeit-Datenaustausch, Automatisierung und fortschrittliche Analysen steigert. In der Praxis bedeutet das, dass Produktions- und Leitsysteme (z. B. ERP, MES) in Echtzeit mit Robotik-Steuerungen verbunden werden. So lassen sich etwa durch digitale Zwillinge reale Produktionsprozesse virtuell simulieren und optimieren – von der Materialzuführung bis zur Qualitätskontrolle.
Humanoide Roboter erobern variantenreiche Montageprozesse
Der dritte Trend betrifft die von den Medien gehypten humanoiden Roboter, die sich dank zunehmender Effizienz und Zuverlässigkeit vom Gadget zum ernstzunehmenden Investitionsgut für industrielle Anwender entwickeln. Für die Experten der IFR gelten sie „als vielversprechende Technologie, wenn Flexibilität gefragt ist, typischerweise in Umgebungen, die für Menschen konzipiert sind.“ Sie verweisen in diesem Kontext auf Anwendungen, die über klassische Fertigungsinseln hinausgehen. Während humanoide Systeme wie die Prototypen von Neura Robotics Schlagzeilen machen, arbeiten Unternehmen wie Schunk daran, modulare humanoide Greifarme für industrielle Umgebungen bereitzustellen, um bisher manuell durchgeführte Montage- und Handlingaufgaben flexibler zu automatisieren. Solche Plattformen sind besonders interessant für Produktionslinien, in denen standardisierte Roboterarme an Grenzen stoßen, etwa bei variantenreichen Montageprozessen.
Anforderungen an Sicherheitskonzepte wachsen
Parallel dazu hebt IFR als vierten globalen Trend die wachsenden Anforderungen an Sicherheit und Schutz hervor: „Mit der KI-gesteuerten Autonomie von Robotern verändert sich die Sicherheitslandschaft grundlegend, was Tests, Validierungen und die menschliche Aufsicht wesentlich komplexer, aber auch notwendig macht.“ Die mit zunehmender Autonomie und Vernetzung komplexer werdenden Tests, Validierungen und Sicherheits-Zertifizierungen nach ISO-Standards, insbesondere im Zusammenspiel mit IT/OT-Systemen und cloudbasierten KI-Diensten, stellen eine erhebliche Herausforderung dar. Unternehmen müssen darauf achten, dass Robotik-Plattformen nicht nur physisch sicher arbeiten, sondern auch gegen Cyberrisiken geschützt sind, da vernetzte Systeme potenziellen Angriffsvektoren ausgesetzt sind.
Roboter entspannen die Personalsituation
Der fünfte durch die IFR ermittelte Trend adressiert schließlich einen der dringlichsten wirtschaftlichen Faktoren: den Fachkräftemangel. Die IFR beschreibt Roboter zunehmend als „als Verbündete gegen den Fachkräftemangel“. In der Praxis zeigt sich dies zuvorderst bei Cobots, die sicher mit Menschen zusammenarbeiten und dort repetitive oder ergonomisch belastende Aufgaben übernehmen, sowie bei AMRs, die in Logistikzentren Materialflüsse ohne menschliche Fahrer organisieren. Gerade in alternden Industrienationen wie Deutschland gewinnt dieser Aspekt an strategischer Bedeutung, da Roboter dazu beitragen, Produktivität zu halten und Beschäftigte für höherwertige Tätigkeiten freizusetzen.
Fünf Trends und eine Handlungsempfehlung
Nüchtern betrachtet mündet das Studium der IFR-Analyse für 2026 in eine klare Handlungsempfehlung: KI-gestützte Autonomie, IT/OT-Integration, humanoide Flexibilität, Sicherheitsarchitekturen und die Antwort auf Arbeitskräftedefizite sind die technologischen Felder, in die Industrieunternehmen jetzt investieren sollten. Roboter sind längst nicht mehr nur Produktionsmittel, sondern zentrale Elemente digitaler Wertschöpfungsketten, die Effizienz, Resilienz und Innovationskraft zugleich steigern – vorausgesetzt, ihre Einführung ist begleitet von gezielten Technologie-Investitionen und integrativen Organisationsstrategien.
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