Organische Polymere (PPVs) kommen unter anderem in Sensoren, LEDs, Displays und Solarzellen zum Einsatz. Sie zeichnen sich durch eine hohe elektrische Leitfähigkeit und ihre Interaktion mit Licht aus. An der TU Wien ist es nun in vierjähriger intensiver Arbeit gelungen, diese Eigenschaften deutlich zu verbessern, indem das Sauerstoff-Atom, das die Seitengruppen mit dem Rest des Polymers verbindet, durch Schwefel ersetzt wurde: Aus dem O-PPV (O für Sauerstoff) wurde das neue S-PPV (S für Schwefel).

Zudem fanden die Forscher einen einfachen und billigen Syntheseweg, um S-PPV industriell einzusetzen. Dabei werden mithilfe von Mikrowellenstrahlung zunächst Monomere hergestellt, die dann polymerisiert und an den Seitengruppen modifiziert werden. Die Methode sei auf industrielle Mengen skalierbar und das Verfahren gut reproduzierbar, so Florian Glöcklhofer von der TU Wien. Hinzu komme, dass die neue Klasse an Polymeren eine höhere Stabilität aufweise, „vergleichsweise ungiftig“ und bioverträglich sei.

Elektrolumineszenz von Polymeren wurde erstmals 1989 bei der Untersuchung der dielektrischen Eigenschaften eines dünnen Films aus PPV beobachtet; „Spekrum der Wissenschaft" berichtete darüber 1995. Damals galt die organische Elektrolumineszenz als „ein beachtetes Forschungsgebiet“, für das Folgejahr wurden „erste kleinere Produkte“ erwartet. Heute ist sie aus vielen Industriezweigen nicht mehr wegzudenken.