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Auf dem Dach der ETH Zürich ist mitten in der Großstadt in den vergangenen Monaten eine solare Mini-Raffinerie entstanden. Dort wird mithilfe des Sonnenlichts aus Kohlendioxid und dem in der Luft enthaltenen Wasser synthetischer Kraftstoff hergestellt , mit dem sich beispielsweise Schiffsmotoren antreiben lassen. Bei der Verbrennung wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie zuvor der Luft entnommen wurde.

Die Prozesskette der Anlage fasst drei thermochemische Umwandlungsprozesse zusammen: Im ersten Schritt werden CO2 und Wasser durch einen Adsorption-Desorption-Prozess aus der Luft abgeschieden. Danach wird über einen Parabolspiegel die Solarstrahlung 3000-fach konzertiert und in einem Reaktor in Prozesswärme mit einer Temperatur von 1.500 Grad Celsius umgewandelt. Über das Ceriumoxid im Inneren des Reaktors werden schließlich in einer zweistufigen Reaktion Wasser und CO2 aufgespalten. Aus dem entstehenden Wasserstoff und Kohlenmonoxid wird mithilfe von Methanol - oder Fischer-Tropsch-Synthese flüssiger Treibstoff erzeugt.

Derzeit planen die Wissenschaftler im Rahmen des EU-Projekts Sun-to-Liquid den Bau einer größeren Anlage in der Nähe von Madrid. Nach ihren Berechnungen könnte eine Solaranlage mit einer Fläche von etwa einem Quadratkilometer pro Tag rund 20.000 Liter Kerosin produzieren.