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Engineer Woman Award 2026 geht an Raumfahrtingenieurin Annemarie Lohse

Für ihre herausragenden Leistungen in der Entwicklung sicherheitskritischer Systeme für die internationale Raumfahrt wurde Annemarie Lohse (Airbus Defence and Space) mit dem Engineer Woman Award 2026 ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am 23. April 2026 im Rahmen des Karrierekongresses FEMWORX auf der HANNOVER MESSE statt.

Annemarie Lohse verantwortet als Major Spacecraft Delivery Lead zentrale Subsysteme des European Service Modules (ESM) für das Orion-Raumschiff der NASA. Das ESM ist ein wesentliches Element für zukünftige bemannte Mondmissionen und übernimmt unter anderem die Versorgung der Crew mit Sauerstoff und Wasser, die Temperaturregelung sowie strukturelle und energetische Funktionen des Raumfahrzeugs.

In ihrer Funktion trägt Annemarie Lohse die End-to-End-Verantwortung für die Subsysteme Thermal Control, Consumables Storage und Struktur. Damit verantwortet sie zentrale Bestandteile der Lebenserhaltungssysteme für vier Astronautinnen und Astronauten unter den extremen Bedingungen des Weltraums. Gleichzeitig steuert sie komplexe Schnittstellen in einem internationalen Projektumfeld und koordiniert die Zusammenarbeit zwischen Industriepartnern sowie Raumfahrtorganisationen wie NASA und ESA.

Norah Kimathi erhält den Young Engineer Woman Award

Norah Kimathi ist Robotik-Ingenieurin und Mitgründerin von Zerobionic Africa. Sie entwickelte ein humanoides, KI-gestütztes Robotiksystem, das gesprochene Sprache nahezu in Echtzeit in Gebärdensprache übersetzt – mit einer Genauigkeit von rund 92 Prozent und einer Verzögerung von unter zwei Sekunden. Die Technologie eröffnet neue Möglichkeiten für inklusives Lernen in MINT-Fächern und wird bereits in mehreren Ländern im Bildungsbereich eingesetzt.

Als erste Frau in Afrika, die humanoide Robotik für diese Anwendung vorantreibt, verbindet Kimathi in ihrer Arbeit Sprachverarbeitung, Edge-AI, eingebettete Systeme und modulare Robotik-Hardware. Ihre Systeme sind bewusst für den Einsatz in infrastrukturell herausfordernden Umgebungen konzipiert und funktionieren auch offline zuverlässig.

Die Wirkung ist messbar: Bis 2025 erreichte die Technologie mehr als 510.000 Schülerinnen und Schüler, über 8.000 Lehrkräfte nutzen die Systeme bereits. Pilotprojekte zeigen eine Verbesserung des Verständnisses in MINT-Fächern um bis zu 70 Prozent.