Beim lokalen Anodisieren bilden sich poröse Oxidschichten auf Aluminium nur dort, wo sie benötigt werden – zum Korrosionsschutz oder als Vorbehandlung für klebtechnisches Fügen. Im Gegensatz zum herkömmlichen Tauchanodisieren kommt man dabei ohne Maskieren und Untertauchen des Bauteils aus. Am Fraunhofer IFAM in Stade wurde die Technologie in eine vollautomatische Zelle implementiert, die mit einem Roboter-Endeffektor ausgestattet ist, der den Elektrolyten präzise aufträgt, Kraft und Kontakt kontrolliert, Rückstände direkt inline entfernt und den behandelten Bereich sofort spült – selbst bei Bauteilen mit komplexen 3D-Geometrien. Der Prozess gewährleistet eine reproduzierbare, kontaminationsfreie Oberfläche. Er eignet sich sowohl für Fertigungs- als auch für Reparaturanwendungen, von Schweißnähten über strukturelle Verbindungen bis hin zu großen Bauteilen.
Wesentliche Vorteile
- Oxidschichten nur auf funktionalen Bereichen
- Vollständig geschlossener und automatisierter Prozess
- Keine Maskierung erforderlich – erspart Zeit und Ressourcen
- Inline-Spülen, Neutralisieren und Absaugen
- Regelkreisführung über Kraftrückmeldung und Bahnplanung
- Ideal für zahlreiche Branchen, z. B. Luftfahrt, Raumfahrt, Automobilindustrie, Schienenfahrzeugbau und Reparaturtechnologien
Die Experten für Automatisierung und Produktionstechnik am Fraunhofer IFAM in Stade entwickeln dieses Verfahren für die industrielle Integration – mit Fokus auf digitale Steuerung, Prozessüberwachung und hohe Oberflächenqualität unter anspruchsvollen Bedingungen.
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