HANNOVER MESSE 2019, 01. - 05. April
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HANNOVER MESSE News

Industrie-Megatrends: So intelligent wird die Produktion der Zukunft

Die HANNOVER MESSE 2018 hat gezeigt: IT, Maschine und Mensch wachsen immer stärker zusammen. Viele Aussteller hatten spektakuläre Showcases im Gepäck.

02.05.2018

Megatrend 1: Künstliche Intelligenz treibt Automatisierung voran

Titelbild
Künstliche Intelligenz spielt nicht nur für die Robotik eine entscheidende Rolle.

Künstliche Intelligenz (KI) ist zweifellos der größte Trend der nächsten Jahre – und ein entscheidender Faktor im internationalen Wettbewerb. Das machte auch Bundeskanzlerin Merkel in ihrer Eröffnungsrede zur HANNOVER MESSE deutlich. Mit Blick auf den amerikanischen und chinesischen Markt sagte Merkel: "Wir wollen auch im Wettbewerb bestehen und vorne mit dabei sein". Dazu werde die Bundesregierung alle deutschen Aktivitäten zu künstlicher Intelligenz bündeln. Auch EU-Kommissar Günther Oettinger stellte bei seinem Messebesuch weitere Fördergelder für die KI-Forschung in Aussicht.

Bereits heute können Unternehmen viele Bereiche durch KI optimieren, wie die Ausstellung zeigte. Das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT) beispielsweise präsentierte eine akustische Zustandsüberwachung für Axialkolbenpumpen auf der Basis von Machine Learning: Sensoren nehmen die Geräusche der Pumpe auf, dann werden die Audiodaten mit Normalwerten verglichen und auf Anomalien hin geprüft. Auf diese Weise erkennen Werker bereits frühzeitig mögliche Fehlentwicklungen, beispielsweise, ob das Lager zu viel Spiel hat oder die Versorgung mit Schmierstoffen hakt. Entsprechend schnell kann ein Servicetechniker eingreifen und schlimmere Schäden an Antriebsstrang oder Hydraulik verhindern.

Megatrend 2: IoT-Plattformen bündeln Daten und Unternehmen

Siemens
Bundeskanzlerin Merkel informiert sich bei Siemens über die Chancen von IoT-Plattformen.

Die Digitalisierung und Vernetzung immer neuer Geräte, Anlagen und Prozesse lässt die Datenmengen weiter wachsen und erfordert neue Wege der Zusammenarbeit, auch über Branchengrenzen hinweg. Dafür spielen digitale Plattformen für das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) zukünftig eine entscheidende Rolle.

Mit den Plattformen lassen sich die Daten von Anlagen und Geräten bündeln und zentral auswerten. Zudem versetzen sie Unternehmen in die Lage, sehr viel engere Partnerschaften und Geschäftsnetzwerke einzugehen.

Welche Chancen eine IoT-Plattform in der Praxis eröffnet, zeigte auf der HANNOVER MESSE unter anderem Siemens. Das Unternehmen hat Sensoren im Rasen der Münchener Allianz-Arena installiert und an seine IoT-Plattform Mindsphere angeschlossen, um die Pflege des Grüns zu verbessern. Auf der Plattform laufen die Daten zu Bewässerung, Wind, Beleuchtungszeiten, Düngung und dergleichen in Echtzeit zusammen. Für die Analyse bezieht die Software auch die aktuelle Wettervorhersage ein und leitet daraus Empfehlungen für die Pflege des Bodens ab. Der Rasenwart bekommt die Infos direkt aufs Smartphone.

Der Case zeigt in populärer Form ein Prinzip, das aktuell die gesamte Industrie revolutioniert. So bieten immer mehr Maschinenhersteller ein Pay-per-Use-Modell, indem sie nicht wie bisher ihre Geräte verkaufen, sondern deren Nutzungszeit. Diese wird direkt an der Maschine erfasst und an die Plattform gesendet, wo sie ausgewertet und automatisch über ein ERP-System mit dem Kunden abgerechnet wird. Das Modell ermöglicht außerdem weitere Services rund um die Nutzung der Maschine. Beispielsweise Predictive Maintenance: Der Hersteller kann aus der Ferne anhand von Anomalien in Datenmustern erkennen, ob und wann eine Maschine ausfallen wird.

Zentraler Bestandteil in vielen solcher Modelle ist der digitale Zwilling – ein detailgetreues Abbild der Maschine oder Anlage. Damit lassen sich Assets von der Konzeption über die Fertigung bis zum Support beim Kunden überwachen. Hersteller und Betreiber haben Zugriff auf dieselben Daten, über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

Megatrend 3: Augmented Reality unterstützt Mitarbeiter

AR
Augmented Reality (AR) eröffnet der Industrie neue Perspektiven.

Immer mehr Betriebe bilden Mitarbeiter heute mit Augmented Reality (AR) aus. Im Gegensatz zur virtuellen Realität, bei der Anwender völlig in eine virtuelle Welt eintauchen, "erweitert" AR die Realität durch zusätzliche Informationen. Das ist ideal, um Mitarbeiter unmittelbar am Gerät zu schulen: Über Smart Glasses werden Handlungsanweisungen direkt auf die Maschine gelegt. Der Auszubildende sieht so buchstäblich auf einen Blick, wie und wo er ein bestimmtes Bauteil anbringen muss.

Die große Bedeutung von AR unterstrich auch die Jury des diesjährigen HERMES AWARD: Zu den Finalisten zählte das Unternehmen Upskill mit seiner Lösung "Skylight". Mit der Software-Plattform können Unternehmen neue AR-Anwendungen an zentraler Stelle entwickeln, testen und implementieren. Daten aus der Produktion lassen sich direkt in die AR-Anwendungen integrieren.